
In diesem Artikel.
Moderne digitale Arbeitsplatzlösungen nutzen, ohne die Kontrolle über Daten, Anwendungen und Endpoints aus der Hand zu geben. Vor dieser Herausforderung stehen nicht nur öffentliche Einrichtungen. Wie eine souveräne Digital Workspace-Strategie heute aussehen kann, zeigen wir Ihnen im dritten Teil unserer Blog-Reihe.
Hier geht es zu Teil 1: Datenhoheit & Teil 2: Infrastruktur.
Die Bundesregierung hat sich in ihrer Modernisierungsagenda ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2028 soll der gesamten Bundesverwaltung ein digital souveräner Arbeitsplatz als Alternative zu proprietären Workspace-Lösungen zur Verfügung stehen. Geplant ist dabei unter anderem der Einsatz der Open Source-Lösung openDesk.
Mit openDesk entwickelt das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) eine webbasierte Plattform für Office-, Kommunikations- und Collaboration-Anwendungen die bereits in zahlreichen Behörden getestet wird. Derzeit sammeln unter anderem die Deutsche Rentenversicherung Bund und die Bundesagentur für Arbeit erste Erfahrungen mit der Lösung. Zudem hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag angekündigt, auf openDesk umzustellen.
Diese Entwicklungen zeigen, wie stark vor allem im öffentlichen Sektor das Interesse an souveränen Arbeitsplatzlösungen wächst. Eine Plattform wie openDesk ist dabei ein wichtiges Signal, auch wenn die Lösung nicht alle Aspekte eines Digital Workspace abdeckt. Denn ein souveräner digitaler Arbeitsplatz umfasst mehr als die wichtigsten Office- und Collaboration-Tools. IT-Organisationen sollten sich daher grundsätzlich darüber Gedanken machen, mit welcher Workspace-Strategie sie in die Zukunft gehen wollen.
Souveränität am digitalen Arbeitsplatz bedeutet vor allem: Kontrolle über Daten, Anwendungen, Endgeräte, Identitäten und Betriebsmodelle zu haben. Das Ziel ist dabei nicht die vollständige Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern. Viel wichtiger ist die Fähigkeit, strategische und technologische Entscheidungen flexibel und selbstbestimmt treffen zu können.
Digitale Arbeitsumgebungen entstehen selten auf der grünen Wiese. Die vorhandenen Infrastrukturen sind meist über Jahre gewachsen und sollen nun für neue Anforderungen weiterentwickelt werden. Dabei geht es darum, digitales Arbeiten für die Beschäftigten einfacher und effizienter zu machen – und gleichzeitig alle relevanten Sicherheits- und Compliance-Vorgaben zu erfüllen.
Ein souveräner digitaler Arbeitsplatz sollte daher
Als Experten für den Modern Workplace helfen wir Organisationen und Unternehmen, diese Anforderungen zu erfüllen und so eine möglichst souveräne digitale Arbeitsumgebung aufzubauen.
Ein souveräner digitaler Arbeitsplatz funktioniert unabhängig vom verwendeten Endgerät. Das entscheidende Prinzip: Anwendungen, Daten und Benutzerprofile werden zentral verwaltet und für alle Arbeitsplätze bereitgestellt.
VDI- und DaaS-Lösungen wie die Citrix-Plattform oder Microsoft Azure Virtual Desktop setzen dieses Prinzip auf Anwendungs- und Desktopebene um. Ergänzend bieten zentral verwaltete Endpoint-Betriebssysteme wie IGEL OS oder eLux eine standardisierte und abgesicherte Zugriffsschicht über unterschiedliche Hardware-Plattformen hinweg.
Die Entkopplung von Endgerät und digitalem Arbeitsplatz stärkt die digitale Souveränität auf mehreren Ebenen:
Anwendungen und Daten bleiben im geschützten Rechenzentrum oder in kontrollierten Cloud-Umgebungen. Sicherheits- und Compliance-Vorgaben lassen sich so konsistent für alle Arbeitsplätze umsetzen. Gleichzeitig minimiert der Verzicht auf lokale Daten-speicherung mögliche Angriffsflächen am Endpoint und erhöht so die Resilienz der Umgebung.
Wenn Anwendungen nicht lokal ausgeführt werden, können vorhandene Endgeräte länger genutzt werden – unabhängig von Hersteller-Roadmaps oder Betriebssystem-Anforderungen. Mit IGEL OS oder eLux mussten Unternehmen beispielsweise keine neuen Rechner für den Umstieg auf Windows 11 beschaffen.
Zentral bereitgestellte digitale Arbeitsplätze erleichtern gleichzeitig die Unterstützung unterschiedlicher Arbeitsstile. Interne Teams oder auch externe Partner können von jedem Ort aus und mit jedem Endgerät sicher auf ihre Anwendungen und Daten zugreifen.
Ein souveräner digitaler Arbeitsplatz erfordert eine zentrale, plattformübergreifende Steuerung von Identitäten, Zugriffen und Sicherheitsrichtlinien. Denn gerade in hybriden Umgebungen mit verteilten Anwendungen, Benutzerkonten und Workspace-Diensten wird die Identity- und Policy-Ebene zum eigentlichen Kontrollpunkt des digitalen Arbeitsplatzes.
Für Organisationen mit hohen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sind dabei insbesondere folgende Aspekte entscheidend:
Standards wie SAML (Security Assertion Markup Language), OpenID Connect und SCIM helfen dabei, unterschiedliche Workspace-Plattformen, Fachanwendungen und Cloud-Dienste über zentrale Identity-Provider miteinander zu verbinden. Dadurch entstehen föderierte, plattformübergreifende Identity-Konzepte mit weniger Abhängigkeit von proprietären Mechanismen einzelner Anbieter.
Multi-Faktor-Authentifizierung, Conditional Access und kontextbasierte Richtlinien sollten zentral verwaltet werden – unabhängig davon, ob Anwender über virtuelle Desktops, Browser oder SaaS-Dienste arbeiten. Eine zentrale Policy-Ebene unterstützt dabei die konsistente Umsetzung von Sicherheits-, Compliance- und Zero-Trust-Vorgaben.
Historisch gewachsene Berechtigungsstrukturen gehören in vielen Organisationen zu den größten Sicherheits- und Governance-Herausforderungen – und sind oft ein unterschätztes Souveränitätsrisiko. Wer nicht weiß, wer worauf Zugriff hat, verliert die Kontrolle. Standardisierte Rollenmodelle nach dem Least-Privilege-Prinzip sowie ergänzende Privileged-Access-Management-Konzepte helfen dabei, Zugriffe transparent und auditierbar zu gestalten.
Ein souveräner digitaler Arbeitsplatz darf nicht an ein bestimmtes Betriebsmodell gebunden sein. Ob On-Premises, Cloud oder Hybrid, ob vollständig gemanagt oder selbst betrieben: Die Entscheidung für oder gegen ein Modell sollte immer fachlichen, regulatorischen und wirtschaftlichen Anforderungen folgen, nicht den Vorgaben eines einzelnen Anbieters.
Ausschlaggebend sind dabei häufig der Schutzbedarf und die Compliance-Vorgaben der jeweiligen Anwendungen. Viele Organisationen aus stark regulierten Branchen kombinieren deshalb bewusst unterschiedliche Betriebsmodelle. Sensible Fachanwendungen verbleiben im eigenen Rechenzentrum oder in kontrollierten Private-Cloud-Umgebungen, während Collaboration- und andere Workspace-Dienste aus der Public Cloud bezogen werden.
Digitale Souveränität bedeutet nicht zwangsläufig den Verzicht auf Cloud-Dienste oder Managed Services. Entscheidend ist die Fähigkeit, bei jedem Betriebsmodell die Kontrolle über die wesentlichen Parameter zu behalten.
Organisationen sollten jederzeit nachvollziehen können:
Der digitale Arbeitsplatz von heute ist nicht immer die richtige Lösung für die Aufgaben von morgen. Organisatorische Bedingungen verändern sich, neue technologische Anforderungen kommen hinzu, regulatorische Vorgaben werden strenger – es gibt immer einen Grund, warum Organisationen ihre Workspace-Strategie anpassen müssen. Wechsel- und Exit-Optionen frühzeitig zu prüfen, gehört daher bei der Planung eines souveränen digitalen Arbeitsplatzes unbedingt dazu.
Die Verantwortlichen sollten sich immer wieder fragen:
Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Modernisierungs- und Migrationsprojekte im Workspace-Bereich geplant und umgesetzt. Dabei ging es um Wechsel zwischen unterschiedlichen VDI- oder DaaS-Lösungen wie Citrix und Omnissa, die Integration Cloud-basierter Workspaces wie Azure Virtual Desktop oder Windows 365 oder auch die Einführung offener Plattformen wie Inuvika OVD Enterprise. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: Eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die wirklich zum Kunden passt und mit der er langfristig flexibel bleibt.
Ein souveräner Digital Workspace ist kein schlüsselfertiges Produkt, das Organisationen von heute auf morgen implementieren können. Er entsteht stattdessen durch bewusste Architekturentscheidungen und das Zusammenspiel der passenden Technologien. Dabei ist es wichtig, die steigenden Security- und Compliance-Anforderungen mit modernen Arbeitsplatzkonzepten und innovativen Entwicklungen in Einklang zu bringen. Wie sich dabei auch KI-Anwendungen sicher und souverän in den digitalen Arbeitsplatz integrieren lassen, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Blog-Reihe.
Holen Sie sich jetzt unseren 7-Punkte-Plan für mehr Souveränität
Wenn Sie das Thema digitale Souveränität systematisch angehen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren 7-Punkte-Plan. Darin zeigen wir, wie wir mit unseren Kunden bestehende Abhängigkeiten analysieren, Prioritäten definieren und eine langfristig tragfähige Souveränitätsstrategie entwickeln.
„*“ zeigt erforderliche Felder an
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Hubspot Embedded Content. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von HubSpot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Hubspot Meetings. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen